Weiterbildung

Weiterbildung in Psychoanalytischer Paartherapie

Seit 2004 bietet das Institut für Paartherapie IFP eine kontinuierliche zertifizierte Weiterbildung in Paartherapie an. 

Die nächsten Termine finden Sie hier.

Ziele der Fort- und Weiterbildung

Die Weiterbildung soll dazu befähigen, psychodynamische Konflikt- und Beziehungsstrukturen von Paaren zu erkennen und zu verstehen sowie die sich entfaltenden Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse in der Arbeit mit Paaren wahrzunehmen, als Mittel der Kommunikation zu begreifen und für den therapeutischen Prozess fruchtbar zu machen. Das Verstehen der zugrunde liegenden Paardynamik, der therapeutische Umgang mit den sich entfaltenden unbewussten Prozessen in der Behandlungssituation und das gezielte Einsetzen der eigenen inneren Vorgänge als zentrales therapeutisches Instrument sollen vermittelt werden. Die begleitende Selbsterfahrung soll dieses Instrument präziser »stimmen«. Der Erwerb diagnostischer Fertigkeiten, paartherapeutischer Haltung und Behandlungskompetenz sind weitere zentrale Lernziele. Diese Verschränkung von Theorievermittlung mit eigenen Erfahrungen ermöglicht es, kognitiv und emotional stimmig, authentisch, zugleich reflektierend und deutend Paare in der Krise therapeutisch begleiten zu können. Fallvorstellungen und Diskussionen dienen der ergänzenden Illustration der Verstehensmöglichkeiten und helfen beim therapeutischen Umgang mit schwierigen Situationen.

Psychoanalytische Paartherapie

Eine wesentliche Basis hierzu stellen die Überlegungen von Henry Dicks zum unbewussten Zusammenspiel von Paaren dar, wie sie Jürg Willi im deutschen Sprachraum bekannt gemacht hat (Kollusion). Ein weiteres zentrales Konzept sind die objektbeziehungspsychologischen Ansätze, wie sie z.B. von W.R.D. Fairbairn, M. Balint, D.W. Winnicott, D. Scharff und J.S. Scharff vertreten werden. Von großer Bedeutung sind auch die Beiträge zur Weiterentwicklung der Paartherapie von H.-E. Richter, T. Bauriedl und M.L. Moeller. J. Bowlbys Ergebnisse der Bindungsforschung haben in ihrer Anwendung auf die Beziehung in der Partnerschaft weitere wichtige Impulse auf die Entwicklung der psychoanalytischen Paartherapie gegeben und werden mitberücksichtigt.

Das Verstehen der unbewussten Paarabwehr, wie sie sich in speziellen, gemeinsam operierenden Abwehrmechanismen zeigt und die Förderung der gegenseitigen Einfühlung sind wichtige Elemente der Paartherapie, die zu einer bewussten Beziehung führen soll.

Psychoanalytische Paartherapie als Methode findet Anwendung in der Krisenintervention, der Fokaltherapie und Paarberatung sowie als Langzeittherapie, außerdem zusammen mit Kennt­nissen in Gruppenanalyse, die nicht Bestandteil dieses Curriculums ist, als Paargruppenanalyse.

Das Weiterbildungsangebot richtet sich an Interessenten aus dem Bereich der in der Richtlinienpsychotherapie tätigen Therapeuten (Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten, Analytische Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten) undInteressenten aus allen anderen Berufsgruppen, die mit Paaren arbeiten (SozialpädagogInnen, MitarbeiterInnen in Beratungsstellen und Kliniken, KrankenhausseelsorgerInnen, SupervisorInnen und verwandte Berufsgruppen).

Voraussetzung ist eine abgeschlossene, wenn möglich psychotherapeutische oder beraterische Berufsausbildung, die parallel zur Fort und Weiterbildung eine Arbeit mit Paaren ermöglicht. Alle Bewerber sollen in ihren Berufsfeldern während der Weiterbildung therapeutisch beziehungsweise beraterisch tätig sein. Die Bewerber sollten mindestens psychoanalytische Grundkenntnisse aufweisen oder, falls nnicht, in der ersten Phase der Weiterbil­dung diese an einem psychoanalytischen Ausbildungsinstitut im Rahmen der dort angebotenen Veranstaltungen erwerben.

Die Zulassung zur Weiterbildung erfolgt nach einem, im Zweifel nach mehreren Aufnahmegesprächen mit Mitgliedern des Fort- und Weiterbildungsausschusses des Instituts für Paartherapie.

Nach 50 erfolgreichen Workshops, dem letzten im Februar 2021, starten wir im Herbst 2021 in neuem Format. Auftakt ist das State-of-the-Art-Symposium Anfang Mai, das zeigen soll, wo unsere Schwerpunkte liegen.

Detailliertere Informationen folgen an dieser Stelle in Kürze.