Jahrestreffen – IFP Weiterbildung

Im Paar verdichten sich die inneren Konflikte des Einzelnen, die Dynamiken der Gruppe und die Strömungen der Gesellschaft

Was geschieht, wenn wir den Blick auf Paarbeziehungen erweitern – hinein in die Tiefen unbewusster Dynamiken, in gesellschaftliche Spiegelungen und in die komplexen Räume von Gruppen? Unser Workshop-Wochenende lädt Sie ein zu einer intensiven, erkenntnisreichen Reise durch zentrale Themen der modernen Paartherapie: von den verborgenen Verbindungen zwischen autoritären Strukturen und intimen Beziehungen über die Herausforderungen und Verheißungen offener Beziehungsformen bis hin zu den vielschichtigen Prozessen, die entstehen, wenn Paare Teil einer Gruppe werden. Im Zentrum stehen dabei nicht nur theoretische Konzepte, sondern vor allem das lebendige Verstehen klinischer Situationen: Wie wirken Spaltung, Projektion und Ambivalenz in Beziehungen? Warum können destruktive Dynamiken stabilisierend sein? Und wie verändert sich unser therapeutischer Blick, wenn wir Paare nicht nur dyadisch, sondern im erweiterten relationalen Feld betrachten? Freuen Sie sich auf ein Wochenende, das bekannte Perspektiven vertieft, neue Denkwege eröffnet und Raum für Austausch, Reflexion und gemeinsames Lernen bietet.

18. – 20. September 2026
Hoffmannshöfe Frankfurt am Main

Mitglieder des Instituts: 340,- € pro Person

Nichtmitglieder: 410,- € pro Person

Für Studierende sowie Ausbildungsteilnehmende in psychotherapeutischen Weiterbildungen
steht ein begrenztes Kontingent an ermäßigten Tagungstickets zur Verfügung.
Die Konditionen hierzu können direkt beim Institut erfragt werden.

Tagungsprogramm

Samstag

19.09.26

Uhrzeit

Thema

15:00 bis 15:30

Sabine Schwachula und Kerstin Böttger Großgruppe,
Thema: Wie ist es uns ergangen?
Neuigkeiten aus der Gemeinschaft

17:00 bis 17:30

Pause

18:00 bis 19:30

Célia Fatia und Britta Stitz

Das Paar in der Gruppe

  • Gruppentheorie
  • Übertragung und Gegenübertragung im Gruppenpsychotherapeutischen Kontext
  • Widerstand und Abwehr in der Gruppe

Ab 19:30

Offenen Abendgestaltung

Vortrag

Wenn Paare in Gruppen eintreten, entsteht ein hochkomplexes Beziehungsfeld: Intime Dynamiken treffen auf kollektive Prozesse, Übertragungen vervielfachen sich und Konflikte werden sichtbar, wo sie sonst verborgen bleiben. Ein Blick auf die besondere Spannung zwischen Paar und Gruppe. Der Vortrag von M.A. Célia Fatia und Dr. med. Britta Stitz beleuchtet die Dynamik von Paaren im gruppenpsychotherapeutischen Setting aus theoretischer und klinischer Perspektive. Im Zentrum stehen gruppentheoretische Grundlagen sowie die besonderen Ausprägungen von Übertragung und Gegenübertragung in Mehrpersonensettings. Es wird gezeigt, wie Widerstand und Abwehr nicht nur individuell, sondern auch im Gruppengeschehen organisiert sind. Anhand ausgewählter Szenen werden typische Konfliktkonstellationen und ihre Bedeutung für die therapeutische Arbeit reflektiert. Ziel ist ein vertieftes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Paar- und Gruppendynamik.

 

Samstag

19.09.26

9:30 bis 11:00

Célia Fatia und Britta Stitz

Das Paar in der Gruppe

theoretische Überlegungen und

Reflektion von besonderen

Szenen

11:00 bis 11:30

Pause

11:30 bis 13:00

Gruppenselbsterfahrung für Interessierte

oder

Gruppensupervision von Paartherapien

13:00 bis 15:00

Mittagspause

15:00 bis 16:30

Yvonne Czermak

Polyamorie und offene Beziehung in

Paarberatung und Paartherapie – neue

Möglichkeiten und Herausforderungen

aus einer psychodynamischen

Perspektive

16:30 bis 17:00

Kaffeepause

17:00 bis 18:30

Yvonne Czermak

Polyamorie und offene Beziehung in

Paarberatung und Paartherapie – neue

Möglichkeiten und Herausforderungen

aus einer psychodynamischen

Perspektive

19:30 bis 22:00

Mitgliederversammlung IFP (nur für

Mitglieder des Vereins)

Vortrag

Fortführung des Vortrags zu Paar in Gruppen

Schwerpunktvortrag Samstag:

Liebe, Freiheit, Eifersucht – was passiert, wenn Paare ihre Beziehung öffnen? Dieser Vortrag beleuchtet die psychodynamischen Tiefenschichten von Polyamorie und nicht-monogamen Beziehungsformen und zeigt, warum neue Freiheiten oft alte Konflikte berühren. Der Vortrag von Frau mag.a, Yvonne Czermak widmet sich der zunehmenden Bedeutung offener und polyamorer Beziehungsmodelle in der Paartherapie. Im Fokus stehen sowohl die Chancen – etwa Erweiterung von Beziehungserfahrungen – als auch die psychischen Herausforderungen wie Eifersucht, Unsicherheit und Selbstwertkonflikte. Aus psychodynamischer Perspektive werden zentrale innere und interpersonelle Prozesse beleuchtet. Zudem wird die therapeutische Haltung reflektiert, insbesondere im Spannungsfeld von Offenheit, eigenen Werten und professioneller Begleitung. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis für die Dynamiken nicht-monogamer Beziehungen zu entwickeln und deren Bedeutung für die Praxis einzuordnen.

 

Sonntag

20.09.26

9:00 bis

10:30

Bernd Böttger und Sabine Schwachula

Von der paranoiden Gesellschaft zum

kollusiven Paar

Henry Dicks und die innere Demokratisierung

von Beziehung

10:30 bis

10:45

Pause

10:45 bis

12:15

Bernd Böttger und Sabine Schwachula

Von der paranoiden Gesellschaft zum

kollusiven Paar

Henry Dicks und die innere Demokratisierung

von Beziehung

12:15 bis

12:30

Pause

12:30 bis

13:00

Abschluss, Zusammenführung der Tagung,

Feedback

13:00

Mittagessen, Abfahrt

Vortrag

Vom Kriegsverhör zur Paartherapie – was verbindet autoritäre Systeme mit intimen Beziehungen? Dieser Vortrag zeigt eindrücklich, wie Spaltung, Projektion und Ambivalenzabwehr nicht nur politische Dynamiken prägen, sondern auch das Herz kollusiver Paare. Eine ebenso irritierende wie erkenntnisreiche Perspektive auf das, was Bindung zusammenhält – und zerstört. Ausgehend von den Arbeiten des Psychoanalytikers Henry Dicks verbindet der Vortrag von Dipl.-Psych. Dr. rer. med. Bernd Böttger und Dr. med. Sabine Schwachula Massenpsychologie und Paardynamik zu einem gemeinsamen Verständnis von Beziehungssystemen. Im Zentrum stehen Spaltung, projektive Identifikation und die Unfähigkeit, Ambivalenz zu tolerieren – als zentrale Mechanismen sowohl autoritärer Strukturen als auch dysfunktionaler Paarbeziehungen. Anhand klinischer Beispiele aus „Marital Tensions“ wird gezeigt, wie Kollusionen als interpersonelle Abwehr organisiert sind und destruktive Dynamiken stabilisieren. Daraus ergeben sich neue diagnostische und therapeutische Perspektiven für die Paartherapie.

 

 

Tagungsort

Die Tagung findet in den Hoffmannshöfe Frankfurt am Main statt

Heinrich-Hoffmann-Straße 3
60528 Frankfurt am Main
fon: +49 (0) 69 67 06 – 100
fax: + 49 (0) 69 67 06 – 111
mail: info@hoffmanns-hoefe.de
Webseite: www.hoffmanns-hoefe.de

Für Teilnehmende steht ein begrenztes Zimmerkontingent zur Verfügung, das eigenständig direkt im Hotel unter dem Stichwort der Tagung abgerufen werden kann.

Tagungskosten

In den Tagungsgebühren enthalten sind:

  • Teilnahme an sämtlichen Vorträgen und Programmpunkten
  • Tagungsorganisation und Administration
  • Tagungsgetränke sowie kleine Snacks während der Veranstaltung

Nicht enthalten sind:

Unterbringung sowie weitere Mahlzeiten (diese sind individuell zu organisieren).

Teilnahmegebühren

  • Mitglieder des Instituts: 340,- € pro Person
  • Nichtmitglieder: 410,- € pro Person
  • Für Studierende sowie Ausbildungsteilnehmende in psychotherapeutischen Weiterbildungen steht ein begrenztes Kontingent an ermäßigten Tagungstickets zur Verfügung. Die Konditionen hierzu können direkt beim Institut erfragt werden.


Anmeldung über

Institut für Paartherapie (IFP) e.V.
mail: kontakt@paaristitut.de
fon:+49 (0) 69 95 05 90 19
Alt-Eschersheim 36, 60433 Frankfurt am Main